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Frontotemporale lobäre Degenerationen

Bei diesen Krankheiten kommt es zu einem fortschreitenden Untergang von Nervenzellen (Degeneration). Dieser ist auf den Stirnlappen und den vorderen Anteil des Schläfenlappens (frontotemporal) begrenzt. „Lobär“ bedeutet, einen Lappen (lobus) der Hirnrinde betreffend. Je nachdem, welche Abschnitte der Hirnrinde betroffen sind, entstehen unterschiedliche klinische Bilder, bzw. Krankheitstypen.
Die einzelnen Typen sind jedoch in der Regel nur in den frühen Stadien unterscheidbar; im Verlauf gehen die Symptome oftmals ineinander über.

Kennzeichen der verschiedenen Formen sind:

a) frontale / frontotemporale Demenz:

Veränderungen der Persönlichkeit und der sozialen Verhaltensweisen

  • mangelnde Rücksichtnahme, Taktlosigkeit, Gleichgültigkeit gegenüber Anderen
  • starre oder wiederkehrende Verhaltensrituale
  • frühzeitiger Verlust der Krankheitseinsicht
  • Gedächtnisstörungen zählen nicht zu den Frühsymptomen

b) primär progrediente Aphasie:

Beeinträchtigung der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit

  • große Anstrengung beim Sprechen
  • Wortfindungs- und Benennstörungen, Fehler der Grammatik und Aussprache
  • Gedächtnis, Denkvermögen, Orientierung u. ä. bleiben lange erhalten

c) semantische Demenz:

Beeinträchtigung des Sprachverständnisses bei normaler Sprachproduktion

  • Verlust des Wissens um die Bedeutung von Wörtern,
  • im Verlauf auch Verlust des Wissens vertrauter Gesichter
  • flüssiger und grammatikalisch korrekter sprachlicher Ausdruck

Quellen:

Kurz (2012). Das Wichtigste über die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzformen. Ein kompakter Ratgeber. 22. aktualisierte Aufl.
Berlin: Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V., S. 13f.
Stechl u. a. (2012). Praxishandbuch Demenz. Erkennen - Verstehen - Behandeln.
Frankfurt: Mabuse-Verlag. S. 211f.